Das Lied der Deutschen

Vor einigen Wochen haben wir die kompletten drei Strophen des Deutschlandliedes gespielt.

Das hat bei den einen oder anderen für Entsetzen gesorgt.

Natürlich wollten wir mit dieser Aktion einerseits ein Tabu brechen und damit polarisieren. Andererseits wollten wir damit aber auch zeigen, daß das Spielen unseres Liedes eben nicht verboten ist, wie viele immer wieder behaupten.

Der Hauptgrund aber war, daß wir uns nicht vor unserer Geschichte verstecken dürfen. Und die besteht eben nicht nur aus 12 Jahren NS-Diktatur.

Mir gefällt es, wenn die Amerikaner beim Singen ihrer Nationalhymne die rechte Hand aufs Herz legen. Alle. Vom Präsidenten bis zum Straßenkehrer.

In vielen Schulen der USA wird die Hymne vor Unterrichts-Beginn von den Schülern gesungen.

In Deutschland kneifen Fussballspieler beim Erklingen der deutschen Hymne oft die Lippen zusammen. Ich glaube, daß die meisten deutschen Schüler nicht einmal die gängige der drei Strophen kennen: Einigkeit und Recht und Freiheit.

Dabei ist das Lied der Deutschen wunderschön.

Natürlich wünscht sich heute kein vernünftiger Mensch mehr ein Deutschland „Von der Maas bis an die Memel“. Aber auch das ist ein Teil der deutschen Geschichte.

Unsere Hymne gerät mehr und mehr in Vergessenheit. Dabei gehört sie in den demokratischen Alltag der Deutschen. Ich jedenfalls bin stolz auf diese Nation und singe aus vollem Herzen: Einigkeit und Recht und Freiheit.

Nachdem Frankreich 1840 die Rheinkrise auslöste und den Rhein als natürliche Ostgrenze erklärte und somit die Gebiete von der Pfalz bis an den Niederrhein für sich beanspruchte, strebten die Deutschen nach einer eigenen, nationalen Einheit. Denn Deutschland war bis dahin ein loser Verbund von Königreichen und Kleinstaaten, dem deutschen Bund.

In diesem aufgeheizten politischem Klima, dichtete auf den Klippen Helgolands August Heinrich Hoffmann von Fallersleben am 1841 das Lied der Deutschen.

Die Melodie entstammte dem 1797 von Joseph Haydn vertontem Kaiserlied, der offiziellen Hymne für den damaligen römisch-deutschen Kaiser Franz den zweiten.

In den Mittelpunkt seinen Liedes stellte Hoffmann von Fallersleben nicht mehr den Monarchen, sondern das deutsche Volk als Sprach- und Kulturnation.

Diese reichte von der Maas bis an die Memel, von der Ätsch bis an den Belt.

Das Deutschland, Deutschland über alles war nichts als ein Aufruf, das eigene Vaterland zu lieben.

Es war weder Nationalistisch noch chauvinistisch gemeint, zumal jedwege Anspielung auf das von Frankreich annektierte Reichsland Elsaß-Lothringen vermieden wurde.

Lange spielte das Lied keine Rolle, aber erst nach dem ersten Weltkrieg, nachdem 1918 Kaiser Wilhelm der zweite abdankte und die Weimarer Republik ausgerufen wurde, wurde vom ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert von der SPD 1922 das Lied der Deutschen als Nationalhymne erklärt.

In der Feierstunde begründete der Reichspräsident seinen Entschluß:

Einigkeit und Recht und Freiheit, dieser Dreiklang aus dem Liede des Dichters, gab in Zeiten innerer Zersplitterung und Unterdrückung der Sehnsucht aller Deutschen Ausdruck.

Es soll auch jetzt unseren harten Weg in eine bessere Zukunft begleiten.

Sein Lied, gesungen gegen Zwietracht und Willkür, sollen nicht Missbrauch finden im Parteikampf.

Es soll auch nicht dienen als Ausdruck nationalistischer Überhebung.

Aber, so wie einst der Dichter, so lieben wir heute Deutschland über alles.

In Erfüllung seiner Sehnsucht soll unter den schwarz-rot-goldenen Fahnen,

der Gesang von Einigkeit und Recht und Freiheit, der festliche Ausdruck unserer Vaterländischen Gefühle sein.

Diese Worte von Friedrich Ebert haben zeitlose Gültigkeit.

Doch mit der Übernahme der Macht 1933 durch die NSDAP trat genau das ein, wovor Ebert gewarnt hatte.

Das Lied wurde entehrt und zur nationalistischen Erhebung missbraucht.

Es durfte nur noch die erste Strophe gesungen werden als Vorspann für das Horst Wessel Lied „Die Fahne hoch“.

Dieses Lied war ab 1929 ein Kampflied der SA, und wurde ab 1933 die Parteihymne der NSDAP.

Nach dem zweiten Weltkrieg erklärte Bundespräsident Theodor Heuss 1952 auf ersuchen von Bundeskanzler Konrad Adenauer, alle drei Strophen des Lied der Deutschen zu Nationalhymne der jungen Bundesrepublik. 75% der Deutschen unterstützen diesen Vorschlag.

Nur bei offiziellen Anlässen sollte ausschließlich die dritte Strophe gesungen werden.

Erst 1990, beraubten der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl, dem Deutschlandlied die ersten beiden Strophen. Allein die dritte Strophe wurde zur Nationalhymne erklärt.

Bei allen nicht offiziellen Anlässen ist das Singen aller drei Strophen erlaubt und nicht strafbar!

Der Character eines Liebesliedes an sein Vaterland wird besonders deutlich in der zweiten Strophe.

Sie beginnt mit „Deutsche Frauen“ „Deutsche Treue“ „Deutscher Wein und deutscher Sang“ sollen in der Welt behalten, ihren alten, guten Klang.

Diese Liebe zum Vaterland hatte Reichspräsident Friedrich Ebert empfunden, als er 1922 das Lied der Deutschen zur Nationalhymne der Weimarer Republik erhob.

Halten wir diese Liebe zum Vaterland in Ehren!

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