Sich noch räkelnder 21. Mai 2016 (von Michael Klonovsky)

 

Auf der Facebookseite von Michael Klonovsky entdeckten wir folgenden, interessanten Text:

„Guten Morgen Herr Klonovsky,
zu Ihrem aktuellen Eintrag (Anschläge, Antifa) darf ich Ihnen folgende Begebenheit schildern:

1995 habe ich noch in Hannover gelebt; eines morgens lese ich in der HAZ die Kurzmeldung, daß einem Buchhändler auf dem ‚Engelbosteler Damm‘ in der Nordstadt das Auto abgefackelt wurde; eine telef. Anfrage meinerseits bei der Polizei, wer das wäre, wird mit dem müden Hinweis ‚Datenschutz, keine Auskunft‘ abgeschmettert. Habe mich ins Auto gesetzt und bin die Straße abgefahren und wurde bald fündig: ein kleiner Buchladen, von oben bis unten mit den üblichen, gehässigen Parolen beschmiert, nicht wirklich eine Aufgabe für Sherlock Holmes. Ich habe mich dem Manne vorgestellt (er hatte es gewagt, trotz anonymer ‚Abmahnung‘ ungehörige Autoren anzubieten), mein Bedauern und Mitgefühl zum Ausdruck gebracht und fürderhin alle meine Bücher bei ihm bestellt. Er erzählte mir, daß er zwischen zwei linken Nestern eingekeilt sei, dem sogenannten ‚Sprengelgelände‘ in der Schaufelder Straße (westlich) und dem sogeannten UJZ (‚unabhängiges Jugendzentrum‘) in der Kornstraße (östlich).
Wenn ich meine Bücher bei ihm abholte, überreichte er mir jedes Mal ein Exemplar einer Untergrundzeitung, leider habe ich den Namen vergessen, aber irgendsoetwas in der Art wie ‚antifaschistische Nachrichten‘ wird es gewesen sein. Darin tobte sich eine ‚Kati‘ über die Großtat gegenüber dem Buchhändler aus und bejubelte, daß man dem Mann nun endlich gezeigt hätte, wo seine Grenzen wären, usw. Zu meinem weiteren Erstaunen konnte ich dieser Postille Bastelanleitungen für Wurfanker auf Bundesbahnoberleitungen entnehmen oder mich an Berichten erfreuen, in denen das Abfackeln von Personenwagen auf dem Gelände von Daimler-Benz in Hannover berichtet wurde, ich dachte, ich lese nicht recht. Diese Zeitung holte sich mein Buchhändler im UJZ in der benachbarten Kornstraße.
In einer der darauffolgenden Ausgaben war eine Postkarte von ihm abgedruckt, in welcher er, aus Angst um Leib und Leben, der ominösen Kati in der Schaufelder Straße versprach, nie wieder die unerwünschten Bücher in seinem Laden zu verkaufen und darum bat, doch nun fürderhin in Frieden gelassen zu werden. Der Abdruck der Karte wurde mit höhnischen Kommentaren begleitet, deren Gehässigkeit einen schaudern ließ.
Ich schickte diese Zeitung an die zuständige Staatsanwaltschaft in Hannover, mit der Bemerkung, daß es doch ein Leichtes sein müsse, die Täter zu finden – wo man eine Postkarte hinschickt, die dann auch mit einschlägigen Kommentaren versehen abgedruckt wird, dorthin müßten doch auch Polizei und Staatsanwaltschaft ihren Weg finden.
Nach geschlagenen acht Wochen bekam ich ein eiskaltes, herablassendes Antwortschreiben der Staatsanwaltschaft mit dem Inhalt, daß man dort überhaupt keine wie die von mir geschilderten Zusammenhänge entdecken könne und mich höflich bäte, doch von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen !
Ich kann mich an keinen einzigen Fall erinnern, daß jemals einer dieser Schläger, Fackler, Denunzianten, wie auch immer, vor einem deutschen Gericht angeklagt oder gar verurteilt worden wäre. Diese Bande hat die Deckung der obersten Heeresleitung und eigentlich müßte man sie als Schattenarmee bezeichnen, wie die Armee der Toten bei Tolkien, die sich jederzeit aktivieren und von der Leine jagen läßt.“

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